Sächsische Zeitung

Der Trebendorfer Jaroslaw Piatek kommt hier zu spät. Insgesamt aber hielten die Gastgeber aber erstaunlich gut mit.

Wer hätte das gedacht: Fortuna Trebendorf, in der Landesklasse (7. Liga) derzeit auf dem letzten Tabellenplatz, führte im Sachsenpokal-Achtelfinale gegen den Pokalverteidiger und Spitzenreiter der Oberliga (5. Liga) Chemie Leipzig nach Ablauf der regulären Spielzeit mit 3:2. Eine Sensation war greifbar nahe. Aber die Nachspielzeit ließ das Spiel noch kippen.

Von diesem Klassenunterschied war zu Beginn der Partie vor fast 1 300 Zuschauern allerdings nicht viel zu sehen. Zwar prüfte der Leipziger Eric Berger mit einem Flachschuss den vom Feldspieler umgeschulten Trebendorfer Schlussmann Guilundo (4.), aber sonst war nicht viel zu sehen von den Gästen. Bei einer Flanke von Rentsch bekam ein Leipziger den Ball an den Arm, der Schiedsrichter zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. Schönlebe verwandelte eiskalt zum 1:0 (13.). Die Leipziger antworteten mit wütenden Angriffen, aber Druschky traf aus Nahdistanz nicht (14.), Karau köpfte knapp vorbei (20.) und vergaben dann sogar eien Strafstoß. Hanclich hatte gefoult, Druschky schoss aber schwach, Guilundo war in der richtigen Ecke und konnte parieren (21.). Es kam aus Sicht der Gastgeber noch besser. Guilundo leitete sofort einen Angriff über Piatek und Adamowicz ein. Der freie Bartkowiak wurde angespielt und traf aus Nahdistanz zum 2:0 (22.). Sicherlich mitentscheidend für den weiteren Spielverlauf war, dass Leipzig sofort zum Anschlusstreffer kam. Spraski hatte im Strafraum seinen Gegenspieler gehalten, Trogrlic den abermaligen Elfmeter verwandelt (25.). Leipzig drückte auf den Ausgleich und nutzte einen Standard zum 2:2: Rode stieg nach einem Freistoß am höchsten und köpfte ein 2:2 ein (36.).

Nach einem Donnerwetter in der Leipziger Kabine kamen die Chemiker mit noch mehr Ballbesitz und Feldvorteilen aus der Kabine. Aber Trebendorf versuchte, kämpferisch gegenzuhalten und hatte mit Guilundo, der mehrfach zur Stelle war, einen starken Torwart, Die größte Chance der Gäste vergab Druschky, der aus Nahdistanz vorbeiköpfte (66.). Und plötzlich saß ein Konter der Gastgeber: Schönlebe eroberte den Ball, Piatek passte ihn in die Spitze, wo Kuznietsov enteilt war und allein vor dem Tor eiskalt zum 3:2 einnetzte (69.). Die verbleibende Spielzeit war dann ein einziges Powerplay der Gäste, die aber ihre Chancen ungenutzt verstreichen ließen: Rode köpfte aus wenigen Metern an die Latte (79.), Druschky verpasste eine Kopfballchance (81.), verzog wenig später (84.) und schoss dann nach einer flachen Eingabe drüber (87.). Aber dann geschah es doch noch: Den wohl letzten Freistoß vor dem Schlusspfiff verwandelte Heinze aus zentraler Position unhaltbar zum 3:3 (90.+1). Bury hatte danach noch den Leipziger Siegtreffer auf dem Fuß, vergab aber. Als der Schiedsrichter dann einen Ellenbogenschlag von Spraski gegen Druschky als Tätlichkeit bewertete und den Trebendorfer vom Platz stellte, war das Spiel angesichts der schwindenden Trebendorfer Kräfte trotzdem gegen die Hausherren entschieden.

In der Verlängerung erspielten sich die Leutzscher Chance um Chance, einen klasse Angriff über Bury und Heinze vollendete Druschky aus Nahdistanz zum 3:4 (98.). Nach Doppelpass mit Druschky kam Torwart Guilundo zu spät gegen Bury und foullte den Leipziger, Heinze machte aus elf Metern den Sack zu – 3:5 (102.). Stelmak traf nach einer flachen Eingabe dann noch zum 3:6-Endstand (116.). (SZ/fth)

Trebendorf: Guilundo – Rentsch (ab 67. Streicher), Spraski, Hanclich, Frydlewicz – Schönlebe, Piatek (ab 90.+2 Choluj), Jackob, Bartkowiak (ab 83. Berton) – Kuznietsov, Adamowicz;

Tore: 1:0 Schönlebe (13., HEM), 2:0 Bartkowiak (22.), 2:1 Trogrlic (25., HEM), 2:2 Rode (36.), 3:2 Kuznietsov (69.), 3:3 Heinze (90.+1), 3:4 Druschky (98.), 3:5 Heinze (102., FEM), 3:6 Stelmak (116.)

 

 

Fußball | Sachsenpokal  - Sport im Osten

Chemie Leipzig mit Ach und Krach weiter

 

Achtelfinale 

Pokalverteidiger Chemie Leipzig ist nur haarscharf einer Blamage entgangen. Beim Siebtligisten Fortuna Trebendorf retteten sich die Leutzscher mit Ach und Krach in die Verlängerung, da machten sie dann aber alles klar und gewannen mit 6:3. Im Viertelfinale geht es nun für die Mannschaft von Dietmar Demuth gegen den Stadtrivalen Lok Leipzig.

Underdog Trebendorf legt vor

Von Respekt vor dem Favoriten keine Spur. Trebendorf spielte mutig nach vorn und ging in der 14. Minute in Führung. Ein Fortuna-Spieler wurde gelegt und Schiedsrichter Stefan Herde zeigte auf den Punkt. Sebastian Schönlebe ließ sich die Chance nicht entgehen und überwand  Dominic Heine im BSG-Tor. Und es kam noch besser für die Trebendorfer. Der Siebligist schloss einen Konter erfolgreich zum 2:0 (23.) ab. Adamowicz nahm einen Querpass auf und netzte ein.

Nun endlich verstanden die Chemiker die Signale, legten ihre Lethargie ab und ließen den Ball besser laufen. Für den 1:2-Anschluss (26.) musste allerdings ein Handelfmeter herhalten, den Marco Trogrlic verwandelte. Nach einer Verletzung musste Benjamin Schmidt vom Platz, für ihn kam Daniel Heinze. Und der 31-Jährige führte sich gleich gut ein. Seinen Freistoß nahm Sascha Rode auf und köpfte in der 37. Minute das 2:2. Die Leutzscher waren wieder auf Augenhöhe.

Chemie rettet sich in die Verlängerung

Bei den grün-weißen Gästen blieb Eric Berger in der Kabine, für ihn kam Alexander Bury. Den großen Druck entwickelten die Leutzscher auch in Hälfte zwei nicht, stattdessen gingen die Gastgeber in Front. Nach einem Ballverlust wurden die Chemiker erneut ausgekontert und Andrii Kuznietsov vollendete zum 3:2 (70.). So sang- und klanglos wollte sich die Mannschaft von Dietmar Demuth dann doch nicht aus dem Pokal verabschieden und rettete sich in die Verlängerung. Daniel Heinze verwandelte einen Freistoß direkt (90.+2). Zudem schwächten sich die Gastgeber in der Nachspielzeit selbst: Artur Spraski sah nach einer Tätlichkeit Rot.

In Unterzahl waren die tapferen Trebendorfer im Zugabenteil dann doch etwas überfordert. Die BSG Chemie spielte nun ihre Routine aus und legte nach. Heinze sprintete zur Grundlinie, seine flache Eingabe verwandelte Kai Druschky zum 4:3 (99.). Und es ging weiter im Takt. Nach einem Foul von Trebendorf-Schlussmann Carlos Guilundu an Alexander Bury erhöhte Heinze per Elfer auf 5:3 (102.). Den Schlusspunkt setzte US-Boy Branden Stelmak zum 6:3 (117.). Nun wartet auf die Leutzscher im Viertelfinale Stadtrivale Lok Leipzig, der sich 4:1 in Auerbach durchsetzte.